Halle - Magdeburg

Halle

Es gab zwei Einfahrten in Städte, die waren richtig gut. Nach Jena und nach Magdeburg. Schöne Wege, autofrei, gut ausgeschildert. Und es gab Halle. Das war das Grauen. Wir waren nach langer Fahrt, 65 km, und großer Hitze, 35 Grad, ziemlich erschöpft. Baustellen, Umleitungen mitten in der Pampa, kilometerlange Schotterpisten ohne Schatten, das war hart. Und dann war der Radweg nach Halle gesperrt. Wir fahren also notgedrungen der Beschilderung für Autos nach in Richtung Zentrum. Das waren dann etwa 8 Kilometer an einer Ausfallstraße, was schon unangenehm genug war. Aber auch hier wieder Baustellen und Umleitungen, so dass wir wirklich verwirrt und fertig waren. Ohne freundliche Menschen auf der Straße würden wir jetzt noch da rumfahren und unser Hotel suchen.

In Halle selber dann, nachdem wir uns geduscht und ausgeruht hatten, bot sich ein sehr spezielles Straßenbild. Fast nur Assis, also Penner, Punks, Hartzer sowie sehr viele Schwarze und Muslime. Kopftuchfrauen mit 2,3,4 Kindern und ein weiteres im Bauch, stolz und besitzergreifend präsentieren sie sich auf der Straße. Kein bürgerlicher Mittelstand, keine "normalen" Menschen. Kraß und so noch nicht erlebt.

Man fragt sich, wie Integration gelingen soll, wenn es mehr Ausländer und Migranten gibt als Deutsche, also arbeitende Bevölkerung. Von den Hartzern und Assis, gegen die wir im Einzelnen erst mal nichts haben, kann eine Gesellschaft nicht existieren. Und von Hartz IV zu leben, kann ja wohl nicht das Ziel von Integration sein.

Am nächsten Morgen erschien dann in der Lokalzeitung, der Magdeburger Volksstimme, dieser Artikel, der unseren Eindruck bestätigt.

Wir haben auch keine Restaurants in der Fußgängerzone gefunden, geschweige denn "gutbürgerliche" Wirtshäuser. Kebap-Buden und Pizza-Service abwechselnd, worauf wir jetzt keine Lust hatten.


So sind wir dann wieder im Hotel gelandet, das ein dann allerdings sehr nettes Restaurant direkt an der Saale hatte, den "Saalekahn". Der war gut besucht. Der Kellner begrüßte uns mit dem Hinweis, dass wir auf das Essen wahrscheinlich 1 Stunde warten müßten, die Küche sei überlastet.

Es wurde dann aber noch ein netter Abend. Der Blick auf die Saale tat gut, der Kellner wurde immer netter und auskunftsfreudiger, als er unser Interesse am Wein aus der Region bemerkte und das Essen kam dann doch schneller und schmeckte sehr gut.

Der Wein war tatsächlich ein Offenbahrung. Sowohl der Riesling als auch der Dornfelder und der Zweigelt mundeten köstlich. Richtig guten Wein machen sie im Unstrut-Saale Gebiet!

In Halle haben wir keine Fotos gemacht. Irgendwie hatten wir dazu keine Lust.



Bernburg


Eine der vielen Brücken, die wir passieren. Ich weiß nicht mehr, wo das jetzt war.


Manchmal gibt es auch Fähren, um dem Radweg zu folgen. Eine fuhr aber nur 6 Stunden am Tag, über Mittag garnicht. Dann muß man weite Umwege fahren.


Zwischen Halle und Bernburg. Böses Kopfsteinpflaster.


Jetzt bloß keine Panne!


Tolle Strecke, aber ziemlich einsam. Keine Kneipe oder Gaststätte weit und breit.


Eine wilde, schöne, karge Landschaft


Naturschutzgebiet bei Brachwitz

Und wieder eine Brücke. Schön, so Brücken nur für Radfahrer und Fußgänger!



Bernburg taucht auf


Grandioses Schloß. Man ist am renovieren.


Bernburg hat auch Industrie, Grundstoffindustrie, Soda, Salze, Baustoffe.


Bernburg hat uns sehr gut gefallen. Schöne alte Häuser, lebendig mit Menschen auf der Straße, öffentlich zugänglicher Schloßpark, gut gepflegte Anlagen, ausreichend Gasthäuser und Hotels. Wir haben im Hotel Askania übernachtet. Empfehlenswert! Und hier endet der Saale-Radweg, denn hier fließt die Saale in die Elbe.






Magdeburg



Bereit zu letzten Etappe


Heiß, trocken, öde


Nicht viel los in den Ortschaften unterwegs


Der Hauptweg war gesperrt wegen Bauarbeiten, die Fähre hatte 3 Stunden Mittagspause. Umleitung ins Nirgendwo.


Wir haben uns drauf geeinigt, dass diese Bilder ihre eigene Ästhetik haben. Irgendwas muß man so einer Situation ja auch abgewinnen.

Holprige Strecke über Plattenfugen bei 35 Grad.


40 km keine Kneipe, keine Gaststätte


Dann in Barby - das Paradies! Gasthaus, Cafe und Hotel "Augustusgabe". Sehr schön!


Die Wirtin in der Augustusgabe weist uns auf das "Ringheiligtum Pömmelte" bei Schönebeck-Zackmünde hin. Wir raffen uns auf und schauen uns das Heiligtum an. Außer den Pfählen sieht man allerdings nichts. Die Ausgrabungen laufen noch.


Jedenfalls hat man eine 1A-Aussicht in die Landschaft


Dann naht nach 72 km Magdeburg. Hier die Elbe, schon ziemlich geschrumpft durch die Trockenheit.


Unser letztes Hotel, das Maritim. Angenehm, da klimatisierte Zimmer.




Magdeburg wirkt sehr großstädtisch. Breite Straßen, moderne Bürogebäude. Und das Hundertwasserhaus, das toll aussieht. Diese Kugeln!

Nach 6 Tagen endet unsere Reise durch Thüringen und Sachsen-Anhalt. Insgesamt haben wir uns sehr wohl gefühlt, viele neue Eindrücke gesammelt und eine gute Kondition bekommen. Die Beinmuskeln sind straff geworden, die Lungen können kräftig schnaufen. Wir fahren mit der Bahn zurück nach Saalfeld und sind sehr zufrieden mit unserem Urlaub in diesem schönen Stück Deutschland.


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