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| Unsere Tour von Saalfeld nach Magdeburg |
An der Saale hellem Strande
stehen Burgen stolz und kühn;
ihre Dächer sind zerfallen,
und der Wind streicht durch die Hallen,
Wolken ziehen drüber hin.
So sieht's aus. Nur den hellen Strand haben wir vermißt bei unserer Tour im Juli 2018. Ansonsten gibt dieses alte, deutsche Volkslied gut die Atmosphäre wieder, wie wir sie erlebt haben, wenn man sich den Text durchliest oder das Lied anhört oder gar es selber singt. Muß ja nicht gleich so kunstvoll sein, wie in dieser Version.
Romantische Städtchen, bei den Dörfern sieht man von weitem die Kirche, umrahmt von Bäumen und bunten Dächern, idyllische Landschaft, durch die sich die Saale schlängelt.
Überall haben wir freundliche Menschen getroffen, direkt und offen, hilfsbereit. Gut, ein paar weniger freundliche Gestalten mit Glatzkopf, Springerstiefel und dicken, tätowierten Armen haben wir auch gesehen, das sei nicht verschwiegen. Sie haben, nun ja, Kaffee getrunken.
Und einmal haben uns sehr aggressive Quadfahrer vom Radweg verdrängt, über den sie mit 50-60 km gejagt sind. Aber ansonsten Friede, Ruhe, schöne Landschaft, nette Menschen. Ein paar Spinner gibt es überall.
Start unser Radtour war in Saalfeld.
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Hier ging es für uns los. Die Quelle der Saale befindet sich allerdings im Fichtelgebirge in Franken. Die Hotels hatten wir vorgebucht, das Gepäck selber transportiert.
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| Der Schloßpark |
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| Das Rathaus von Saalfeld |
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Am Nachmittag sind wir angekommen, sehr warm, Stadtrundgang, Essen in der "Güldenen Gans" neben dem empfehlenswerten Hotel Anker.
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Saalfeld zeichnet sich durch seine hervorragende Thüringer Rostbratwurst und das nette Cafe direkt an der Kreuzung zum Markt aus. Schön renoviert und durchaus lebendig, die kleine Stadt.
Jena
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| Startklar zur 1. Etappe |
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| Rast in Merseburg? |
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| Jedenfalls sind wir guter Dinge, wie man sieht. |
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| Viele Burgen und Kirchen sind zu sehen |
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| Die Dürre färbt die Felder. Noternten werden gemacht, um wenigstens einen Teil der Ernte einfahren zu können. |
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| Stolze Burgen |
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Der Ort Kahla. Sehr schön renoviert, aber er macht einen ziemlich menschenleeren Eindruck. Zum Glück hat der Ratskeller offen, sonst wird es bei der Hitze schwierig, die Etappe zu bewältigen.
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| Der Marktplatz von Kahla |
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Jena zeigt sich. Plattenbauten in Lobeda, frisch renoviert. Viel Grün, viele Bäume, gar nicht so schlecht.
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| Der Marktplatz von Jena |
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| Entspannte Atmosphäre, wir trinken Kaffee |
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| Das Rathaus |
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Hier haben wir zu Abend und sehr gut gegessen.Gasthaus "Zur Noll".
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Jena hat uns ausgezeichnet gefallen. Eine offene, dynamische, bunte Stadt mit zahlreichen Kneipen und Restaurants. Viele junge Menschen durch die Uni, eine gelungene Mischung aus alter Bausubstanz und neuen Gebäuden. Wir kommen mit einem Rentner ins Gespräch. Zu DDR-Zeiten hatte das VEB Carl Zeiss Jena mit seinen optischen Werken 23.000 Mitarbeiter. Heute sind es noch 2.300. Aber es sind viele kleinere Betriebe entstanden, es war ein guter Schachzug, die Uni auszubauen und "Cleverle" Lothar Späth, der hier nach der Wende Chef von Jenoptik wurde, nachdem er in Baden-Württemberg geschaßt wurde, hat es geschafft, einen der wenigen gelungenen Übergänge vom VEB in die kapitalistische Privatwirtschaft erfolgreich zu managen. Er genießt hier hohes Ansehen.
Auch die Einfahrt nach Jena mit dem Rad war bemerkenswert. Ein breiter Grüngürtel führt von der Plattenbausiedlung ins Stadtinnere. Und im Grüngürtel führt ein breiter, stark benutzter Rad- und Gehweg entlang der Saale in die Stadt. Geschätzte 6 km entspanntes Ankommen. So macht Radfahren auch in der Stadt Spaß!
Naumburg
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| Heiß und trocken - diese Bilder bleiben im Kopf |
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| ... stehen Burgen stolz und kühn |
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| naturbelassen, nicht begradigt |
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| Langsam kommt die Kondition, der Körper stellt sich um. Die Etappen sind zwischen 60 und 70 km lang. |
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| Oase |
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| Das tut gut. Trinkpause. |
Die Gaststätten zwischendurch sind wichtig. Leider gibt es zu wenige. Einmal betrug die Entfernung 40 km. Das hält man bei der Hitze kaum durch. Es gibt 2 Gründe. Zum einen lohnt es sich nicht, ein Wirtshaus zu führen, weil es zu wenig Kunden gibt. Die Dörfer sterben aus, immer weniger Menschen leben dort und dann kann natürlich auch ein Wirtshaus nicht existieren.
Und da, wo noch was los ist, fehlt es an Personal. Die Wirtin, mit der wir uns unterhalten haben, meinte, die Hartz IV-Sätze seien zu hoch. Die Leute kassieren lieber die Stütze als für ein paar Euro mehr arbeiten zu gehen.
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Ein Tramp. Dahinter sieht man, dass die Saale auch von Wassersportlern genutzt wird.
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| So sehen die Dörfer aus, durch die wir radeln. Man lernt die unterschiedlichen Arten von Kopfsteinpflaster zu unterscheiden. Gutes Kopfsteinpflaster: fein und glatt - böses Kopfsteinpflaster: grob und holprig ! |
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| Der Dom von Naumburg |
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| Der Domplatz |
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| Uta und Ekkehard |
"So lassen Beschreibungen der Uta an die griechische Göttin Artemis denken: Wie diese sich als abstandgebietend und lieblich, als scheu und hart zeigt, immer einsam und zivilisationsfern, so wird auch Uta als "scheues Wild" bezeichnet, mit "scharfen und doch sanften Augen", voll "abweisender Strenge und lockender Fraulichkeit", "zugleich fern und nah". Die Frauenrechtlerin Gertrud Bäumer sah 1928 in Uta gar ein Wesen "des deutschen Waldes, mit langem, hartem Winter voll Einsamkeit und Grauen im Finstern, Frühlingsstürmen über tauendem Schnee, hart und herb, aber mit innerster Lindheit getränkt".
Doch anders als Artemis ist Uta nicht jungfräulich allein, sondern sie ist Markgräfin und verheiratet mit Ekkehard, dessen Standbild sich auch direkt nebendem ihren befindet (aus demselben Stein gehauen!). Wer sie sich, inspiriert von ihrer artemisischen Idealität, als geheimnisvoll und unabhängig vorstellt, wird sich durch diesen - überdies herrisch-entschlossen wirkenden - Gatten gestört fühlen.
Das führte allerdings zu den seltsamsten und phantastischsten Deutungen. Zumal der zur Seite Ekkehards hin hochgeschlagene Mantelkragen gilt den Verehrern ihrer mädchenhaften Sprödigkeit (gerade in den zwanziger Jahren) als deutliches Zeichen der Abwehr. Entsprechend wird Ekkehard gerne als unsympathisch und brutal beschrieben, und einige Autoren versteigen sich gar zu einem verbalen Ikonoklasmusals könnten sie auf diese Weise Uta aus der Enge dieser Bindung befreien. Ekkehard verwandelt sich in einen "Heuchler und Meuchler", der so will es etwa Richard Stöwesand noch in den fünfziger Jahren - "eines Tages unvermutet, von plötzlicher Atemnot befallen, blaurot anläuft, vergeblich nach Luft ringt und nach einem gräßlichen Todeskampfe elend verröchelt". Als "unerträglich" erscheint Utas Position neben Ekkehard im Dom, und weiter heißt es, ihre Haltung dem Gatten gegenüber bezeuge "nun schon jahrhundertelang hart und steinern und unverrückbar immer nur das eine: Rühre mich nicht an! Rühre mich nicht an!"
aus: Die Zeit, 23.2.2011
Mich hat dieser Text und die Statue selbst veranlaßt, das Buch von Wolfgang Ullrich "Uta von Naumburg" zu kaufen und zu lesen. Prädikat: lesenswert!
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| Ratskeller und Rathaus. So gehört sich das! |
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| gegenüberliegende Häuserzeile |
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Pause
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